EFFI BRIEST

von Theodor Fontane

in einer Bearbeitung

von Petra Maria Grühn

Die siebzehnjährige Effi Briest wird mit einem Jugendfreund ihrer Mutter, dem Baron von Instetten, verheiratet. Die impulsive, lebenslustige Effi und der "Mann von Charakter und guten Sitten" scheinen auf den ersten Blick nicht füreinander bestimmt, aber Instetten liebt das Mädchen, und Effi bewundert den Baron.

 

 Die Provinz, in die Instetten seine junge Frau mitnimmt, hat nur wenig zu bieten. Und er selbst, dessen Leben nur um Pflichterfüllung und Karriere kreist, erkennt die Leere in ihrem Leben nicht. Sentimentalitäten verbietet er sich.

Auch die Geburt der Tochter kann die junge Ehefrau nicht aus ihrer inneren Vereinsamung retten.

Allmählich und fast gegen ihren Willen findet sie Liebe und Abenteuer bei dem neuen Stadtkommandanten Crampas, einem erfahrenen, aber leichtsinnigen "Damenmann, dem alle Gesetzmäßigkeiten langweilig sind"...

 

 Fontane erzählt die Geschichte fast im Plauderton, ohne Pathos und mit liebenswürdiger Ironie. Der Dialog ist mit naturalistischer Lebensnähe und mitfühlender Wärme geführt; wie in kaum einem anderen Werk Fontanes entwickelt und entscheidet der Dialog, was geschieht und doch zeichnet auch ihn aus, was für den ganzen Roman und die Erzählweise Fontanes überhaupt gilt:

Das was in den Redenden und Handelnden vorgeht, was sich entwickelt und was entschieden wird, ist nicht eigentlich Gegenstand des Gesprochenen oder Erzählten, sondern deutet sich nur an. Genau diese Charakteristik Fontanes macht seine Prosa und allen voran "Effi Briest" zu einer idealen Materialvorlage fürs Theater.

 

 Fontanes Kunst liegt vor allem in der Sprache, den kleinen Wörtern und Wendungen, den Übergängen, dem Rhythmus. Es ist das Melodiöse dieser schlanken Prosa, das der Geschichte seine zwingende Eindringlichkeit gibt. Das Klima der Vorlage, das zwischen Erstarrung und Bewegung, Lebenslust und Vernichtung hin- und her wogt, soll entschlüsselt und transportiert werden.

 

Was ist Glück? Wie soll man leben?

 

„Jeder hat Wünsche und wenn diese Wünsche mit Pflichten in Conflikt kommen, so kuckt man sich die Pflichten noch mal an und findet, wenn es irgend geht, dass es damit so bindend und brissant nicht liegt...“ (Theodor Fontane)

 

„Sieht man von wenigen Ausnahmefällen ab, so läuft überhaupt unser ganzer Verkehr im Leben entweder auf ein rein schändliches Komödienspiel, oder da, wo im Ganzen genommen Ehrlichkeit herrscht, auf Compromisse, Waffenstillstände, stillschweigende gegenseitige Abmachungen hinaus...“ (Theodor Fontane)

 

Kritiken:

"Sensible Bühnenfassung von Petra Maria Grühn" (Süddeutsche Zeitung)

 

"Bemerkenswert, wie die Teamtheater-Chefin Petra Maria Grühn in ihrer klugen Bühnen-Adaption das Diktat gesellschaftlicher Normen so in den Fokus der Dialoge rückt, dass Effis Schuld und das moralische Dilemma ihres standesbewussten Mannes sich ins Heute übersetzen lassen." (Abendzeitung)

 

"Eine packende Aufführung" (TZ)

 

"Das Teamtheater Tankstelle präsentierte nun in der Bearbeitung von Petra Maria Grühn eine gekürzte Bühnenfassung dieser Romanvorlage, die durch die sehr symbolhafte, analytische Inszenierung der jungen Regisseurin Martina Veh einen interessanten Theaterabend bescherte." (Bad Reichenhaller Tagblatt)

 

mit: Peter Bamler (Baron von Instetten), Karo Guthke (Effi Briest), Markus Menzel (Crampas/ Chinese), Wolfgang Rommerskirchen (Briest), Esther Straimer (Luise von Briest),Antoinette Wosien (Roswitha)

 

Regie: Martina Veh

Bühne/ Kostüme: Barbara Schwarz

Dramaturgie: Petra Maria Grühn

Licht: Hans Peter Boden

Ton: Ralph Tritschler

Regieassistenz: Miguel Winter Antunes

Regiehospitanz: Sofie Canins

Öffentlichkeitsarbeit: Katharina Schöfl

Aufführungsrechte: stückgut Bühnen- und Musikverlag

 

EFFI BRIEST ist eine Produktion der GbR Cie ANTÉROS

Die Teamtheater Tankstelle wird von der Landeshauptstadt München unterstützt.

 

Premiere: 20. Oktober 2004, 20 Uhr