MICHAEL KOHLHAAS

Von Heinrich von Kleist

in einer Fassung0

 von Petra Maria Grühn

Vergib deinen Feinden; tue wohl auch denen, die dich hassen... so möge Gott mir nie vergeben, wie ich dem Junker vergebe.“

(Michael Kohlhaas)

 

Michael Kohlhaas, erfolgreicher Unterneh-mer, Familienvater und rechtschaffener Bürger, wird auf einer Geschäftsreise Opfer der Willkür eines Landadligen. Seiner Forderung nach gerechter Bestrafung des Übeltäters wird nicht nachgegeben. Korruption und „Vetternwirtschaft“ auf höchster Ebene wissen dies zu verhindern.

Kohlhaas muss seine Ohnmacht erfahren, sieht sich der Willkür der Mächtigen hilflos  ausgeliefert. Er beginnt einen gnadenlosen Rachefeldzug, dem nicht nur seine Feinde zum Opfer fallen...

 

Ein Thema, aktueller denn je: Blutige Selbstjustiz statt Rechtsstaatlichkeit. Wer ist Opfer, wer Täter?

 

In Heinrich von Kleists (1777 – 1811) wohl bekanntester Novelle geht es vordergründig um Gerechtigkeit, freien Marktzugang, Rechtssicherheit und die Legitimation staatlicher Macht. Erst auf den zweiten Blick wird das eigentliche Thema sichtbar: der Zusammenbruch der bürgerlichen

Identität angesichts der Erkenntnis der eigenen gesellschaftlichen Bedeutungslosigkeit. Gerade in der Radikalität, in der der Text diese Identitätskrise vor Augen führt, liegt seine zeitlose Modernität begründet.

 

mit:

Hardy Hoosmann (Michael Kohlhaas),

Gabriele Graf (Lisbeth, Zigeunerin),

Kai Reinke (Junker Wenzel von Tronka),

Bernd Dechamps (Schlossvogt, Advokat, Kämmerer Kunz),

Bernhard Ulrich (Luther, Zöllner, Kurfürst),

Michael Schaller (Knecht Herse, Mundschenk Hinz)

 

Regie: Alexia Hermann

Dramaturgie: Petra Maria Grühn

Regieassistenz: Nadine Weber

Bühne/ Kostüme: Michele Lorenzini

Licht: Hans Peter Boden

Ton: Ralf Tritschler

Hospitanz: Christiane Taube

 

MICHAEL KOHLHAAS ist eine Produktion der BGB Cie ANTÉROS

 Premiere: 14. März 2007, 20 Uhr