LAPUTA NOVA

Eine Performance von Alexia Hermann

LAPUTA - eine schwebende, fliegende Insel, bekannt aus Gullivers Reisen, steht als ein Synonym für ein Utopia (im Himmelreich), das es in dieser Performance neu (NOVA) zu erfinden gilt.

So stehen Visionen und Visionäre im Mittelpunkt dieses Abends. Dabei bewegen wir uns zwischen antiker, phantastischer Literatur und dem Lebenswerk des amerikanischen „Universalisten“ Richard Buckminster Fuller. Er war Wissenschaftler, ein eigensinniger Denker, Erfinder, Humanist, sanfter Revolutionär, Philosoph, Designer, Architekt und Hüter der Lebens-Ressourcen.

In jungen Jahren trat er der Marine bei und die Impulse aus diesen Jahren waren prägend für sein Leben: „Für den Landmenschen sind ,der Osten’ und ,der Westen’ Orte, für den Seefahrer sind sie Richtungen, in die er sich bewegen kann.“ Es gibt zwei Arten, mit Sprache zu verfahren: als Information über Gedanken und als Provokation von Gedanken.

Reden, das Formulieren von Wörtern zu Sätzen, zu schlüssigen Aussagen, ist immer mehr als die Summe der Teile, aus denen sie besteht. Hier greift das Wesen jener Synergetik, die der wahre Treibstoff des technischen und zivilisatorischen Fortschritts ist und damit auch der der menschlichen Lebensumstände, für die Fuller einsteht. Der Ursprung all dessen liegt in der Sprache.

Von visionärer Kraft sind auch Die Vögel des Aristophanes. Hier machen sich zwei athenische Bürger, Peithetairos und Euelpides, auf den Weg, um einen behaglicheren Wohnort als Athen zu finden. Bei den Vögeln angekommen, hat Peithetairos den Einfall, da zu bleiben und mit ihrer Hilfe eine Stadt mitten im Luftreich zwischen Himmel und Erde zu gründen: das Wolkenkuckucksheim.

Wir befinden uns also nicht in urbanen Räumen, sondern in Landschaften, in denen ein Übermaß an Raum jegliche Okkupationsbestrebungen zum Erliegen bringt und das zugleich die Option einer Wiedergewinnung von Zeitlichkeit und damit von Zukunft enthält.

 

Es geht also um Sprache und Klang, Bewegung und Licht und darum, sie zu beschwören.

„Wenn ein Mensch im Traum das Paradies durchwandert, und man gäbe ihm eine Blume als Beweis, daß er dort war, und er fände beim Aufwachen diese Blume in seiner Hand – was dann?“ S.T. Coleridge

 

 

mit Gabriele Graf, Shin Lee, Stefan Lehnen

Tanz & Choreographie Peter McCoy

 

Regie und Konzeption Alexia Hermann

Dramaturgie Petra Maria Grühn

Bühne und Kostüm Michele Lorenzini

Maske Barbara Gellermann

Video Simone Dobmeier

Bilder Sabine Hoffmann

Produktionsleitung Oliver Zimmer

Regieassistenz Sascha Richter

Regiehospitanz Susanna Seelig, Aleksandar Zegarac

Lichtdesign Hans Peter Boden

Tontechnik Ralf Tritschler

Abendtechnik Robert Erby

Presse- & Öffentlichkeitsarbeit Nicole Campe

 

Premiere: 07. Mai 2010, 20.00 Uhr

 

Eine Koproduktion der GbR Compagnie ANTÉROS mit der TEAMTHEATER TANKSTELLE

und dem DEUTSCHEN NATIONALTHEATER WEIMAR.

 

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V. und die Landeshauptstadt München